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- Name:
- Christine
- Episode:
- 70 - Briefromane schreiben
- Datum:
- Sonntag, 04.08.2024 um 13.55:41 Uhr
- Ein wundervolles Buch, das zwar nicht ausschließlich aus Briefen besteht, in dem Briefe aber eine wichtige Rolle spielen ist das Kinderbuch "Briefe von Felix" von Annette Längen. (Es gibt auch noch ein paar andere Bücher mit Briefen von Felix.)
- Name:
- Stefan
- Episode:
- 33 - Show don't tell
- Datum:
- Mittwoch, 07.08.2024 um 07.16:55 Uhr
- Hallo,
eine Kleinigkeit ist mir noch eingefallen, vielleicht auch als Tipp, für alle Schreibenden (sofern sie das hier lesen): schaut euch Filme an, die von Kritikern gelobt werden. Ein Film ist kein Buch und ein Buch ist kein Film (und manchmal klappt es mit Buchverfilmungen so gar nicht), aber Filme müssen eines machen, damit sie nicht langweilen: Show!
Ein Film hat kein Tell (Voiceover einmal ausgenommen und meistens kommen sie ohne zurecht) und wirklich gute Filme erzählten die Geschichte, in dem sie sie dem Publikum zeigen. Es gibt meistens keinen inneren Monolog der Figuren (was ich im übertriebenen Maß in Büchern auch nicht mag), es gibt Handlungen und Dialoge. Gute Filme haben auch keine Exposition und trauen sich, Dinge einfach unerklärt im Raum stehen zu lassen (so lange dem Verstehen der Handlung nicht schadet). Handlungen und Dialoge ... ich denke Diana und Wolfgang stimmen mir da zu, wenn ich sage, dass beides der Motor einer guten Geschichte sind.
Ein kleines Beispiel: John Wick - und damit meine ich den ersten Teil aus 2014. Klingt komisch, aber wenn ihr ihn euch anschaut werdet ihr feststellen, es wird nichts erklärt. Es wird gezeigt und erst relativ spät im Film (ab Minute 20 von ingesamt nur 100 Minuten) erfahren wir durch die Reaktionen der Charakter, wer John Wick ist und wie sehr sie ihn alle fürchten; und irgendwie beginnen wir ihn dadurch auch zu fürchten. Man kann Actionfilme mögen oder nicht (als Kind der späten Achtziger, aufgewachsen in den Neunzigern liebe ich Actionfilme, wenn sie gut gemacht sind), aber diesen Aufbau, diese Einführung einer Hauptfigur und das absolute Fehlen an Exposition ist genial. Auch sonst wird nicht sonderlich viel erklärt, uns wird eine John-Wick-Welt gezeigt, aber uns auch sehr viel Raum für Phantasie gelassen. Leider haben alle danach folgenden Teile diesen Charme verloren.
Mögt ihr Action nicht? Dann nimmt einen anderen Film. Stephen Spielberg ist eine gute Quelle für so etwas. Jurassic Park (Teil 1) lässt einen ahnungslosen Zuschauer recht lange im Dunklen; sofern er damals keinen Trailer gesehen hätte und nicht wüsste, worum es geht. E.T. kommt auch ohne Exposition und Erklärungen aus, am Anfang gibt es nicht einmal Dialoge, und dennoch entsteht Spannung; was auch an der grandiosen Regiearbeit liegt.
Ich glaube, man sollte nicht ein Buch schreiben, der wie ein Film funktioniert (Effekthaschereien ist nicht unser Business), aber man darf sich Ideen herausnehmen und sich überlegen, wie man die für sich nutzen kann.
Übungsidee: Nehmt als euren Lieblingsfilm und schreibt den Anfang als wäre es ein Buch. Achtet dabei darauf, dass der Leser nicht mehr erfährt, als der Zuschauer des Film zu diesem Zeitpunkt wissen kann. Vorgabe: ein Voiceover oder ein einleitender Text (Star Wars, Tribute von Panem, o.ä.) sind dabei zu ignorieren. (@Diana: du kannst die Idee gerne in deinen Schreibkursen verwenden, wenn du magst ;-))
Alles Liebe,
Stefan (schon wieder...)
- Name:
- Samuel Coenigsberg
- Episode:
- 70 - Briefromane schreiben
- Datum:
- Mittwoch, 07.08.2024 um 18.27:36 Uhr
- Liebe Diana, lieber Wolfgang, ergänzend zu meinem Kommentar zu o.g. Folge auf Spotify (dort wurde mein Name nicht ersichtlich, also nur zahlen-und Buchstabenabfolge und die Wortzahl war zu wenig) möchte ich noch anfügen:gerne arbeite ich mich noch durch die ersten Folgen, klicke derzeit je nach Thematik in die einzelnen Pidcasts, die mich besonders interessieren. Nach wie vor und jedes Mal bin ich begeistert von eurer absolut sympathischen und kurzweiligen Moderation und bin sehr dankbar, in den Genuss des Zuhören zu kommen, meist auf meinem Arbeitsweg oder von ihm zurück in den Feierabend. Eure letzte Folge hat mich "heiß" gemacht, mal etwas Neues auszuprobieren und mich tatsächlich inspiriert, einen Briefroman mit "nur" maximal 3000 Zeichen (ich bin eher episch veranlagt) zu einem Thema aus meinem Beruf (Medizin) zu entwerfen. Ich bin gespannt darauf, ob ich mich selbst überraschen kann und es mir gelingt, und ich freue mich auf diese Herausforderung. Ich werde es euch wissen lassen und sende euch ganz liebe Grüße aus Berlin, der schönsten (Regenbogen-)Stadt der Welt. Euer Samuel Coenigsberg PS Habt einen schönen Urlaub!
- Name:
- Stefan
- Episode:
- Allgemein
- Datum:
- Sonntag, 11.08.2024 um 23.30:14 Uhr
- Hi,
ich denke, das Schwierigste beim Schreiben ist das, was Voltaire gesagt hat: "Jede Art zu Schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige."
Das Interessante ist: selbst die großen Schriftsteller schaffen das ab und an. Herman Melville hat es bei mir in Moby-Dick geschafft, indem er gefühlt seitenlang Schiffsbegriffe eingeworfen hat (zumindest meinem Teenager-Ich hat das gelangweilt). Dan Brown hat es fast in jedem seiner Bücher mit den Rätseln geschafft und selber eine Stephen King (ich bin ein großer Fan) schafft es indem er einfach zu lange und zu viele Dinge erzählt, nach denen ich nie gefragt hätte.
Für uns, die noch träumen dürfen, mit unseren verlegten Büchern die Leser:innen zu langweilen, ist (meiner Meinung nach) ein Tipp sehr wertvoll: wiederhole dich nicht! Szenen dürfen nicht repetitiv werden, es darf nicht immer das gleiche passieren. Beispiel: ein Duell in einem Western ist gut, ein zweites wird noch verziehen, aber den dritten wird es langweilig; sofern es immer den selben Ausgang hat. Muss unsere Figur kämpfen, sollte jeder Kampf anderes aussehen und anderes ausgehen (allgemein sollte man mit der Action nach Qualität gehen und nicht nach Quantität). Hat die Hauptfigur Aufgaben zu erledigen, dann sollten es verschiedene Aufgaben sein, die auch in Verbindung zueinander stehen, sonst sind wir in einem Open-World Videospiel. Apropos Videospiele: man sollte vermeiden, eine Handlung so ähnlich aufzubauen (habe es probiert, war nicht gut) und gerade im Fantasy-Gerne sollte es keine Nebenquests geben, die der Handlung nichts bringen, sonst fühl es sich wirklich wie ein Videospiel an.
Ich mag es eigentlich, groß zu träumen und groß zu denken, aber beim Schreiben steht einem beides im Weg. Weniger Figuren, dafür stärker! Weniger Text, dafür spannender! Die Romanwelt einfacher, dafür logischer und leichter zu verstehen! (All diese Punkte sind im übrigen ein Grund, warum ich kein Fantasy mehr lese, vielleicht waren es die Amerikaner, die More-is-More in diesem Genre eingeführt haben, who knows.)
Wenn es bei mir langweilig wird, merke ich das heute meistens recht schnell: ist mir beim Schreiben langweilig, wird es beim Lesen vermutlich nicht merklich spannender. Und wenn mir mal nichts kreatives einfällt, gehe ich nach draußen und bewege mich an der frischen Luft, das hilft tatsächlich. Ich gehe Radfahren, aber spazieren wird's sich auch tun.
In diesem Sinne, kreative Grüße
Stefan
- Name:
- Gobber Irene Wenche
- Episode:
- Allgemein
- Datum:
- Dienstag, 13.08.2024 um 07.52:08 Uhr
- Hei, was seid ihr denn für ne liebe Reihe? Bin schockverliebt in eure Stimmen, in die schöne deutsche Sprache und natürlich in den Inhalt.
Komm aus dem schönen Vorarlberg/A und lebe in einer Stadt, in der es einige Schreiberlinge gibt.Viele verlegen sich auf Mundart-Dichtungen und Erzählungen, um den Dialekt zu bewahren. Ich selbst schreibe Standard. Ich bin in Singen am Htwl. aufgewachsen, aber Vorarlbergerin.
Briefromane fesseln mich immer wieder. Sie haben ein Dabeisein oder eine Direktverdrahtungen mit den Personen, die schreiben oder angeschrieben werden. Es ist voyeuristisch, es geht einen gar nichts an, es ist heimliche Belauschung und vor allen Dingen einfach soo spannend.
Jetzt muss ich aber witerlosna
(weiterzuhören).
SG Irene
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