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- Name:
- Michael Finkenzeller
- Episode:
- 67 - Künstliche Intelligenz beim Schreiben
- Datum:
- Montag, 15.07.2024 um 10.14:44 Uhr
- Liebes Schreibzeug-Team,
Ihr hattet gestern aufgerufen, noch weitere Badewannengeschichten zu schicken. Hier nun eine historisch verbürgte:
Deutschland 1973: Im Frankfurter Stadtwald finden Pilzsucher eine Badewanne, darin die Leiche eines jungen Mannes namens Ole Mühlbauer. Kommissar Kopp steht vor einem Rätsel. Wie kam die Badewanne auf die Lichtung? Warum verdurstete Ole darin? Und was wollte der Leverkusener in Frankfurt?
Die Polizei will Oles Mitbewohner Rudi verhören, aber der ist spurlos verschwunden. Am WG-Kühlschrank hängt die Anmeldung für ein Paella-Praktikum in Barcelona. Kommissar Kopp fliegt nach Spanien, foltert Rudi mit versalzenem Meeresfrüchtesalat und erhält ein Geständnis.
Ole und Rudi waren Bierausschenker auf der SPD-Bezirksversammlung in Leverkusen. Im Abstellraum des Museums Morsbroich entdecken sie eine verfettete Badewanne, ideal zum Gläserspülen. Ole und Rudi säubern die Wanne und merken zu spät, dass sie gerade ein Kunstwerk von Joseph Beuys zerstören.
Ole will das Missgeschick nutzen, um sich für die Kunsthochschule Düsseldorf zu bewerben. Er plant eine Beuys-Tribute-Performance gegen die Startbahn West, gegen die NATO und gegen Waldrodung. Gemeinsam mit Rudi fährt er die Badewanne in den Frankfurter Stadtwald, legt sich hinein und wartet auf die Presse.
Rudi schluckt zur Feier des Tages ein paar LSD-Pillen, irrlichtert tagelang durchs Frankfurter Bahnhofsviertel und vergisst, bei der Zeitung anzurufen. Das schlechte Gewissen treibt ihn nach Barcelona. Ole liegt frustriert in der Badewanne, bis er stirbt – an Flüssigkeitsmangel und an der Wut über sein künstlerisches Scheitern.
Beste Grüße, Ihr seid super!
Michael
- Name:
- Stefan
- Episode:
- 68 - Recherche für Romanautoren
- Datum:
- Montag, 01.07.2024 um 10.21:49 Uhr
- Hallo,
vielen Dank für die Folge und eure Ideen. Für mich sind Geschichten (die, die ich lesen und die, die ich schreibe) eine Mischung aus Wahrheit und Fiction. Ich glaube, Stephen King hat es so ausgedrückt: "Autoren lügen um die Wahrheit zu sagen." Ich denke, das trifft es am Besten.
Wenn ich meine Geschichten an Orte spielen lasse, die es gibt, versuche ich mich an die wichtigsten Fakten zu halten. Wo welches Café ist, ist mir manchmal egal. Brauche ich eine Bäckerei, nehme ich mir heraus, eine an einer Stelle zu erfinden, auch wenn sich im echten Leben dort ein Schuhgeschäft befindet. Ich denke, die meisten Leute (sollte ich jemals veröffentlichen) werden es mir verzeihen. Es ist Fiktion, kein Tatsachenbericht. Allgemein gültige Sachen (z.B. der Dom in Köln oder in Wien, die Pyramiden in Ägypten, im Weltraum herrscht Vakuum, usw.) bleiben auch so, es sei denn, die Geschichte verlangt es (z.B.: ein Paralleluniversum, wo alles anderes ist).
Ich schreibe meistens nur über Dinge, die ich entweder kenne oder mir glaubhaft vorstellen kann (oder mir irgendwie zusammenreimen könnte). Schreibe ich über einen Lehrer wäre es vielleicht gut, wenn ich selber Lehrer wäre oder mit einem Lehrer darüber reden könnte, aber wenn ich es den Nicht-Lehrerinnen und Nicht-Lehrerin unter meinen hypothetischen Lesern gut genug verkaufen kann, verzeihen mir hoffentlich die Wissenden die eine oder andere Ungenauigkeit.
Allgemein gesprochen: ich kann Autofahren, aber nicht Motorrad, darum wird keiner meiner Hauptcharaktere jemals auf einem Motorrad sitzen. Ich bin kein Physiker, darum wird keiner meiner Handlung von einem Physiker erzählt werden. Aber vielleicht spricht mein Hauptcharakter mit einer/einem Physiker:in über etwas und lässt sich etwas erklären. Ich nehme Dinge, die ich kenne, und setzte sie in einen neuen Kontext.
Wenn Autorinnen und Autoren recherchieren, dann finde ich das besonders reizvoll, weil man dann das Gefühl bekommt, dass die Handlung tatsächlich so abgelaufen ist. King ist oftmals mit der örtlichen Polizei unterwegs, spricht mit Polizisten (für Der Outsider). Für Dreamcatcher ist er mit einem militärischen Geländewagen herumgefahren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es sich auf Schnee und Eis verhält. Traurig finde ich es, wenn Autorinnen und Autoren im Nachwort berichten, was sie alles recherchiert haben und man beim Lesen als Nicht-Wissender Fehler entdeckt. Beispiele: jemand der Motorrad fahren kann, erzählt der Protagonistin, der er es beibringen möchte, dass die Hinterradbremse noch nicht wichtig sei, nur die Vorderradbremse solle sie verwenden; zwei Hauptcharaktere erschleichen sich (in unserer Zeit) einen Weltraumflug, der mittels Lotterie ausgelost wurde, die Einschulung und die Test für den Weltraumflug werden nicht nur innerhalb eines Tages, sondern in nur zwei oder drei Stunden abgehandelt; die eben erwähnten Charaktere wollen das Raumschiff kapern und setzen die andere Mannschaft unter Druck, in dem sie ein bisschen die Luftschleuse öffnen (ich muss nicht im Weltraum gewesen sein, um zu wissen, dass das so nicht funktioniert).
Ich denke, wir müssen keine Astronauten werden, um über Menschen im Weltraum zu schreiben, aber grobe Schnitzer werden meistens nicht verziehen. Wir sollten uns der Wahrheit dennoch so weit annähern, dass nur noch Experten den einen oder anderen Fehler finden.
Danke und liebe Grüße
Stefan
- Name:
- Stefan
- Episode:
- 5 - Literaturstipendien, Wettbewerbe und Ausschreibungen
- Datum:
- Montag, 01.07.2024 um 09.21:39 Uhr
- Hello,
der Hinweis mit dem genauen Lesen ist tatsächlich wichtig. Allerdings muss ich anmerken, dass nicht alle Ausschreibungen immer klar verständlich sind. Ich habe aus Versehen bei einer Ausschreibung mitmachen wollen, weil ich der Meinung war, dass man als in Wien lebende Person zu den Einsendeberechtigten gehört. In der Ausschreibung stand folgender Text: "Teilnehmen können Autorinnen und Autoren mit Wohnsitz in der Bodenseeregion Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie in Oberschwaben und dem Allgäu." Das Worten "Bodenseeregion" habe ich trotz mehrmaligem Lesen einfach überlesen. Zusätzlich scheint es tatsächlich eine Definition für die Bodenseeregion zu geben, Österreich ist nur mit Vorarlberg vertreten. Stellt sich mir hier die Frage: warum dann nicht einfach die einzelnen Bundesländer der jeweiligen deutschsprachigen Länder aufzählen?
Eine zweite Verwirrung kam dann weiter unten als es hieß: "Der Text muss mit einem frei gewählten persönlichen Kennwort (nicht mit dem Autorennamen) versehen werden." Sonst keine weiteren Angaben dazu. Ich ging davon aus, dass ich mein PDF mit einem Kennwort schützen sollte. Zumindest, bis ich in der Angabe diesen Hinweis gefunden habe: "Eine postalische Einsendung in 3 Textexemplaren, ebenfalls versehen mit Kennwort (+ Autorenangaben auf einem eigenen Blatt), ist ebenfalls möglich." Digital geschultes Menschen unter uns werden sich jetzt die Frage stellen, wie das gehen soll. Vielleicht war ein Cryptex gemeint und ich lasse der Juri dann das Kennwort mittels Brieftaube oder Minnesänger zukommen. Vielleicht kann Wolfang uns da Licht in die Sache bringen was damit gemeint ist.
Wettbewerbe und Ausschreibungen ... ich habe viel Zeit in meinen Text investiert, leider für nichts. Es empfiehlt sich jedes Wort zu lesen und alles zu hinterfragen, die Angaben sind oftmals sehr verwirrend und kryptisch. Hoffentlich aus Versehen und nicht mit Absicht...
- Name:
- Maria
- Episode:
- 63 - Tabus und Missverständnisse von Autoren Teil 2
- Datum:
- Mittwoch, 26.06.2024 um 19.02:49 Uhr
- Hi ihr beiden, ich bin jetzt noch nicht up do date mit den Folgen, aber falls ihr das noch nicht richtiggestellt habt: Bei der Zuverdienstgrenze aus nicht-künstlerischer Tätigkeit wurde nach der Coronazeit einiges bei der KSK geändert. Jetzt ist es nur noch wichtig, dass man MEHR aus der künstlerischen Tätigkeit verdient als aus der nicht-künstlerischen. Man bleibt also auch in der KSK, wenn man zum Beispiel 1000 Euro "künstlerischen Gewinn" pro Monat hat, und 900 Euro aus nicht-künstlerischer Tätigkeit.
Die 900 Euro werden übrigens dann nicht zur Berechnung der Beiträge herangezogen. Davon geht also kein Geld weg für Krankenkasse, Pflegeversicherung und Rentenversicherung.
Kann daher finanziell sehr vorteilhaft sein, zu einem großen Anteil nicht-künstlerisch tätig zu sein. ;)
- Name:
- Karin
- Episode:
- 67 - Künstliche Intelligenz beim Schreiben
- Datum:
- Sonntag, 23.06.2024 um 23.17:04 Uhr
- Hallo zusammen,
beim hören dieses aktuellen Podcasts, zur KI, ist mir eine Situation auf einer Party 1985 wieder eingefallen. Wir hatten auf dem C64 ein Poesieprogramm. Alle Gäste haben an dem Abend ein Gedicht erhalten. Die Gedichte waren sehr skurril und surreal. Wir waren alle verblüfft.
Ich habe Euch übrigen erst Anfang 24 entdeckt und inzwischen alle Folgen angehört. Die waren zum Teil schon recht hilfreich für mich. Vielen Dank für diesen, Euren wunderbaren Podcast!
Mein erster Roman ist fertiggeschrieben und wird zur Zeit lektoriert. Mir geht es auch mit den Anmerkungen der Lektorin manchmal so, wie Diana es im Fall der KI erklärte. Eigentlich will ich nicht, dass mir reingeredet wird und Veränderungen vorgeschlagen werden, die mir nicht gleich gefallen. Da muss ich oft mit mir und ihr kämpfen.
Natürlich weiß ich inzwischen, dass es die Aufgabe einer Lektorin ist und auch, dass wohl fast alle Autoren und Autorinnen damit zu tun haben. Es ist halt mein erster Roman - wie sagt Diana immer richtig "mein Baby"- da kann doch nicht einfach jemand etwas daran ändern wollen. Das geht mir dann doch nah ;) Ich hoffe sehr, dass es bald zum Ende kommt und endgültig fertig ist, damit mein Kopf wieder frei ist.
Ich grüße Euch ganz herzlich
Karin
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